Barrierefreier Bau einer Schiebedachhütte mit Teleskop und eines WCs für Menschen mit
Einschränkung an die Sternwarte Neumarkt im Jahr 2025
Die Sternwarte Neumarkt wurde 1969 von einigen von der Astronomie begeisterten Neumarktern gegründet. In den Jahren danach wurden der Turm und später der Vortragsraum errichtet. Der Aufgang zur Plattform und zum Turm der Sternwarte erfolgt über steile, enge Treppen und ist für Menschen mit Knieproblemen oder anderen Einschränkungen nur sehr schwer oder gar nicht zu bewältigen. Daher hatten Gerald Reiser und Hans-Werner Neumann, die beiden Vorsitzenden der Sternwarte, schon im Jahr 2022 einen barrierefreien Anbau an die Sternwarte in Erwägung gezogen.
Nach langen Vorplanungen begannen 2023 Verhandlungen mit Geldgebern, um dieses Projekt zu verwirklichen. Hohe Geld- und Eigenleistungen der Sternwarte, Zuschüsse durch die Stadt Neumarkt und das europäische Förderprogramm LEADER sowie Spenden von Banken und privaten Geldgebern ermöglichten schließlich, dass nach langwierigen Genehmigungsverfahren im März 2025 der Baubeginn erfolgen konnte. Umfangreiche Boden- und Aushubarbeiten waren wegen des stark abfallenden Gelände erforderlich. Eine behindertengerechte Toilette wurde errichtet, eine Beobachtungshütte aus Stahlbeton mit Rolldach sowie ein Abstellraum. Zwischen der Hütte und dem bestehenden Gebäude wurde ein Ökopflaster gelegt mit drei Parkplätzen für Behinderten-Fahrzeuge.
Damit genügend Platz für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit für die Beobachtung der Gestirne möglich ist, betragen die Maße der Beobachtungshütte 5 m mal 5,5 m. Das Rolldach wird in Richtung Norden auf zwei Schienen über dem Abstellraum weggeschoben, damit ein ungestörter Blick nach Süden möglich ist. In der Hütte wurde eine Hubsäule mit einer Höhe von 80 cm auf einem stabilen Fundament angebracht, die sich um 70 cm nach oben heben lässt, so dass die Einblickhöhe beim Beobachten variabel eingestellt werden kann. Das Teleskop ist ein Apochromat von der Firma Askar mit einer Öffnung von 20 cm und einer Brennweite von 1,40 m. Es wurde auf eine stabile 10-Mikron-Montierung gesetzt. Außerdem wurde auf dem Askar ein Heliostar H-Alpha Sonnenteleskop montiert.
Am 10. Dezember 2025 fand in Anwesenheit vieler geladener Gäste die Eröffnung des barrierefreien Anbaus statt. Zahlreiche positive Rückmeldungen von Vertretern der benachbarten Sternwarten und von Behindertenorganisationen zeigten, dass die vielen Mühen des Anbaus nicht umsonst waren. Seitdem wird das neue Teleskop in vielfältiger Weise genutzt, zum Beispiel auch bei den stark besuchten Kinder- und Familienabenden.






