Bau einer barrierefreien Schiebedachhütte mit Teleskop

Projekt der Bayerischen Volkssternwarte Neumarkt e.V. zur Integration von Menschen mit Behinderung

Die Sternwarte Neumarkt wurde 1969 von einigen von der Astronomie begeisterten Neumarktern 
gegründet, und zwar auf Initiative von Fritz Weithas. In den Jahren danach wurden der Turm und 
später der Vortragsraum errichtet. Der Aufgang zur Plattform und zum Turm der Sternwarte erfolgt 
über steile, enge Treppen und ist für Menschen mit Knieproblemen oder anderen Einschränkungen 
nur sehr schwer oder gar nicht zu bewältigen. Daher hatten Gerald Reiser und Hans-Werner 
Neumann schon im Jahr 2022 einen barrierefreien Anbau an die Sternwarte in Erwägung gezogen.

 
Nach langen Vorplanungen begannen 2023 Verhandlungen mit Geldgebern, um dieses Projekt zu 
verwirklichen. Die Stadt Neumarkt wurde kontaktiert, der damalige Oberbürgermeister Thomas 
Thumann signalisierte grünes Licht. Auch die REGINA, die innovative Projekte im Landkreis 
Neumarkt unterstützt, stellte einen Zuschuss durch das europäische Förderprogramm LEADER in 
Aussicht. 


Der Bauzeichner Herbert Iberl fertigte den Plan für unseren Anbau an, nach intensiven und 
gründlichen Vorüberlegungen von Gerald Reiser. Am 5. Februar 2024 wurde der Antrag auf 
Baugenehmigung bei der Stadt Neumarkt eingereicht und am 25. September 2024 dann endgültig 
nach einigen Änderungen genehmigt. 

Für jedes Gewerk mussten Kostenvoranschläge von 
mindestens drei verschiedenen Firmen eingeholt werden, um die Förderbedingungen von REGINA 
LEADER zu erfüllen. 

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten genehmigte unseren 
Antrag auf Förderung vom 23. März 2024 dann am 6. November 2024. Am 18. 12. 2024 erfolgte 
die Übergabe des LEADER-Förderbescheides. 
Im März 2025 konnte endlich der Baubeginn erfolgen. Zunächst entfernten einige Mitglieder der 
Sternwarte das alte, in die Jahre gekommene Gartenhaus und fällten zwei morsche Birken. 
Umfangreiche Boden- und Aushubarbeiten waren wegen des unebenen, stark abfallenden Geländes 
im südöstlichen Bereich der Sternwarte erforderlich.

Gewaltige Kalksteinplatten mit Abmessungen 
von über zwei Quadratmetern mussten von der Firma Blomenhofer aus Berngau entfernt werden, 
um ein waagrechtes, stabiles Fundament für die Beobachtungshütte aus Stahlbeton sowie den 
Abstellraum in Richtung Norden zu schaffen.

 Das Aushubmaterial wurde auf dem Grundstück der 
Sternwarte in Richtung Höhenberg gelagert und planiert. In der Zwischenzeit hat sich hier ein 
naturnahes Biotop entwickelt. 


Damit genügend Platz für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit für die Beobachtung der 
Gestirne möglich ist, betragen die Maße der Beobachtungshütte 5 m mal 5,5 m. Das Rolldach kann 
in Richtung Norden auf zwei Schienen über dem Abstellraum weggefahren werden, damit ein 
ungestörter Blick nach Süden möglich ist. Die Metallkonstruktion für das butterweich verschiebbare
Satteldach (mit einer Hand lässt sich das Dach bewegen, der Kraftaufwand entspricht etwa 6 kg!) 
und die beiden Torflügel zur Hütte wurden von der Firma Schmirler aus Berngau gebaut, das Dach 
selbst von der Zimmerei Schmid, ebenfalls aus Berngau.

 Eine Sturmsicherung verhindert, dass bei 
starken Winden das Dach abhebt. Im Juni war Richtfest. Ursprünglich war von uns geplant, das 
Schiebedach mit Hilfe eines Motors zu bewegen. Da das Dach aber so leicht zu schieben ist, ist das 
Anbringen des Motors (und der dafür erforderlichen Zahnstangen sowie des Frequenzwandlers zum
langsamen Anfahren und Bremsen) überflüssig. 

Zur Sicherung des Rolldaches vor starkem Wind 
oder gar Sturm müssen noch Befestigungs-Riegel eingebaut werden.


In der Hütte wurde eine Hubsäule angebracht, auf der ein Teleskop mit behindertengerechtem 
Einblick montiert wurde. Die Säule hat eine Höhe von 80 cm und lässt sich um 70 cm nach oben 
heben, so dass die Einblickhöhe beim Beobachten variabel eingestellt werden kann. 

Die Säule ist 
vom Ökopflaster getrennt, damit die Schwingungen aufgrund von den sich bewegenden 
Beobachtern nicht auf das Teleskop übertragen werden. Leider ließ sich die ursprünglich gelieferte 
Hubsäule nicht stufenlos hochfahren, sodass sie über die Firma 101 Automation in Haan, bei der 
wir die Säule bestellt hatten, an den Hersteller Ewellix zurückgeschickt werden musste. Daher war 
an die für Oktober geplante Eröffnung nicht mehr zu denken. 

Die für die Herstellung von 
Hubsäulen bekannte schwedische Firma Ewellix wurde von der deutschen Schaeffler-Gruppe 
aufgekauft. Leider wurde die Produktion aus Kostengründen nach Bulgarien, und zwar nach Sofia, 
ausgelagert. Die Kommunikation mit Sofia und die Arbeitsabläufe im dortigen Werk sind, bei 
vorsichtiger Ausdrucksweise, etwas schwierig. Erst nach mehr als einem Monat erfuhren wir, dass 
auf die ursprünglich gelieferte Säule die falsche Software aufgespielt worden war! 

Anstatt dann 
sofort die neue Software zu installieren, wurde die Säule offenbar in eine Ecke gestellt und 
ignoriert! Die Mitarbeiter von 101 Automation bemühten sich nach Kräften und setzten alle Hebel 
in Bewegung, um den von Sofia angekündigten Liefertermin vom 13. Januar 2026 (!) 
vorzuverlegen. Und plötzlich ging alles ganz schnell: Am 26. November wurde die Säule per 
Luftfracht nach Leipzig transportiert und am Tag darauf bei uns angeliefert. Das Wunder geschah: 
die Säule funktioniert! 

Gerald Reiser fertigte eine zylinderförmige Umhüllung zum Schutz vor 
Beschädigungen an und drehte die Platte zur Aufnahme der Montierung.


Das Teleskop sowie die Montierung und das gesamte Zubehör wie zum Beispiel die Okulare 
wurden bei der Firma Teleskop-Service Wolfgang Ransburg bestellt. Hier lief alles zu unserer 
vollsten Zufriedenheit ab. 

Das Teleskop ist ein Linsenfernrohr, ein Apochromat von der Firma 
Askar mit einer Öffnung von 20 cm und einer Brennweite von 1,40 m. Es wurde auf eine stabile, 
vom Computer gesteuerte 10-Mikron-Montierung gesetzt. Die Installation der astronomischen 
Geräte erfolgte am 5. Dezember durch die Mitglieder der Sternwarte. Außerdem soll auf dem Askar 
ein Heliostar H-Alpha Sonnenteleskop montiert werden, das ausschließlich für die Beobachtung der
Sonne geeignet ist. 

Dafür benötigen wir noch eine Befestigungsschiene. Mit Hilfe eines besonderen 
Filtersystems können die Oberfläche der Sonne und Ausbrüche von heißem Gas (Protuberanzen) 
gefahrlos beobachtet werden.


Zwischen der Hütte und dem bestehenden Gebäude wurde ein Ökopflaster gelegt, um den Zugang 
vom Vortragssaal her zu ermöglichen. Außerdem wurden so drei Parkplätze für BehindertenFahrzeuge geschaffen. Eine behindertengerechte Toilette wurde neben der Fluchttür des 
Vortragsraums von der Firma Blomenhofer errichtet. Die Sanitärinstallation und die FußbodenHeizung im WC führte die Firma Hollweck aus Pilsach aus. Alle Stromanschlüsse und die 
behindertengerechte Beleuchtung des WCs und des Parkplatzes wurden durch die Firma Pfeiffer 
aus Berg erstellt. 

Die Strom- und Wasserleitungen wurden hinter den Heizkörpern im Vortragsraum 
entlang geführt, so dass sie praktisch nicht zu sehen sind. Die Firma Hollweck musste eine neue 
DIN-gerechte Pumpe einbauen, da die bisherige Pumpe zu leistungsschwach war und modernen 
Sicherheitsansprüchen nicht mehr genügt.


Das WC und der Bestandsbau der Sternwarte wurden durch die Firma Öchsl aus Velburg verputzt, 
denn der alte Putz aus dem Jahr 1998 war durch Wind und Wetter sehr stark in Mitleidenschaft 
gezogen. Wir sind sehr dankbar, dass wir keine europaweite Ausschreibung machen mussten, denn 
alle oben genannten Firmen haben die Arbeiten in hervorragender Weise erledigt. 

Wir konnten 
jederzeit Änderungs- oder Verbesserungswünsche angeben, ohne lange Dienstwege (siehe oben mit 
Bulgarien!), sondern mit persönlichen Gesprächen.
Alle Maler- und Fliesenarbeiten sowie die Wiederherstellung des durch die Baumaßnahmen 
verunstalteten Gartens wurden durch freiwillige Leistungen der Mitglieder durchgeführt. 

Das 
zweiflügelige große Gartentor und der Zaun in Richtung Höhenberg mussten in aufwändiger Arbeit 
versetzt werden, am gesamten Gebäude entlang wurden Rabatten gesetzt, ebenfalls in Eigenregie. 
Vor die Beobachtungshütte kam ein Anfahrschutz hin, damit kein Auto gegen die Dachrinne fährt. 
Am nördlichen Ende des Parkplatzes wird noch ein Geländer installiert, damit kein Rollstuhlfahrer 
ins unebene Gelände gerät.


Die Stadtgärtner vom Bauhof der Stadt Neumarkt entfernten die beiden hoch aufragenden, 
allerdings sehr maroden Bäume in Richtung Nordosten, die den Blick auf den Himmel schon seit 
langer Zeit behindert hatten. Der Bauhof und die Mitglieder der Sternwarte kappten die 
ungepflegten Büsche und Hecken, die Essigbaumhecke in Richtung Süden wurde entfernt. 


Zeitaufwändige Aufräumarbeiten im Garten wurden durchgeführt und Müll entfernt. Um den 
Gastank herum wurden Platten verlegt, damit das Unkraut nicht den Zugang dorthin verwehrt. 


Der Vorsitzende der Sternwarte, Hans-Werner Neumann, bedankt sich im Namen des gesamten 
Teams bei allen Förderern dieses Projektes, vor allem bei der Stadt Neumarkt, vertreten durch Herrn
Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn, Herrn Verwaltungsdirektor Linus Sklenarz und Herrn 
Stadtkämmerer Raimund Tischner. Ebenso großer Dank gebührt der Landkreisgesellschaft 
REGINA, vertreten durch Frau Carola Rieger und Frau Kathrin Kimmich. 

Unterstützung erhielten 
wir auch von der Sparkasse Neumarkt, der Raiffeisenbank Neumarkt und dem Lionsclub Neumarkt.


Ganz besonderer Dank gilt allen freiwilligen Helfern unseres Vereins, vor allem Gerald Reiser, die 
in mühsamer und anstrengender Arbeit zum Gelingen des Anbaus beigetragen haben. Man darf 
nicht vergessen, dass parallel zu den Bauarbeiten ganzjährig das komplette Besucherprogramm mit 
Vorträgen und Beobachtungsbetrieb mit etwa 2000 Besuchern stattfand, eine tolle Leistung!


Am 10. Dezember fand in Anwesenheit vieler geladener Gäste die Eröffnung des barrierefreien 
Anbaus statt. Hans-Werner Neumann, Stellvertretender Landrat Josef Bauer, Oberbürgermeister 
Markus Ochsenkühn, LAG-Managerin Carola Rieger und Mitglied des Präsidiums der Lebenshilfe 
Alois Häring sprachen einige Grußworte und würdigten das Leuchtturmprojekt des Anbaus. Das 
Lied an den Mond aus der Oper Rusalka rundete die Feier würdig ab. Zahlreiche positive 
Rückmeldungen von Vertretern der benachbarten Sternwarten und von Behindertenorganisationen 
zeigten, dass die vielen Mühen des Anbaus nicht umsonst waren.

 Der Himmel meinte es gut mit 
uns: die Sonne strahlte, und mit dem provisorisch aufgesetzten Sonnenteleskop konnten die 
Besucher eine riesige Protuberanz mit einer geschätzten Länge von 400.000 km bewundern. 
Zum Abschluss ein Zitat von Georg Kohlmann, Vorsitzender des Beirats für Menschen mit 
Behinderung:


„Ich freue mich, dass die Sternwarte Neumarkt sich für diesen Umbau entschieden hat. Im Namen 
vom Beirat für Menschen mit Behinderung wünsche ich Ihnen und Ihrem Team alles Gute und 
hoffe, dass viele Menschen mit Handicap dieses Angebot zahlreich nutzen und annehmen.“

 

Neues von der Baustelle

Unsere Erweiterung der Sternwarte wurde am 10. Dezember offiziell eröffnet.

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